Europameistertitel für Brigitte Prax - starke Auftritte der Rheinländer auf Sardinien
Bei den Europameisterschaften der Altersklassen im italienischen Cagliari auf Sardinien war der Badminton-Verband Rheinland mit mehreren Teilnehmern vertreten. Gemeinsam mit rund 250 Aktiven aus dem Team Deutschland trafen Brigitte und Dieter Prax vom SV Unkel, Linda Lieber (BC Trier) sowie Sandra Schreiber (SV Unkel) auf ein außergewöhnlich großes Teilnehmerfeld. Mehr als 1.500 Spielerinnen und Spieler aus 35 Nationen kämpften an neun Turniertagen um die Medaillen. Die Altersklassen reichten von O35 bis O80 und machten die Veranstaltung einmal mehr zu einem beeindruckenden Sportfest der Generationen.
Aus Sicht des Rheinlandes schrieb insbesondere Brigitte Prax ein besonderes Kapitel Badmintongeschichte. Für sie und ihren Ehemann Dieter begann das Turnier in der Altersklasse O75 mit einer denkbar schwierigen Auslosung. Die beiden, die seit 62 Jahren gemeinsam auf dem Badmintonfeld stehen, mussten sich mit ehemaligen Weltmeistern und topgesetzten Paarungen aus England, Dänemark und Schweden messen. Doch davon ließen sie sich nicht beeindrucken. Im Mixed bezwangen sie die international erfolgreichen Dänen Hansen/Nielsen in drei Sätzen. Erst gegen die späteren Finalisten aus Schweden war Endstation, was ihnen einen hervorragenden fünften Platz einbrachte.
Noch erfolgreicher verlief das Damendoppel. Gemeinsam mit ihrer langjährigen Partnerin Monika Regineri aus Nordrhein-Westfalen, mit der sie bereits seit 1996 national und international zusammenspielt, startete Brigitte Prax beherzt in das Turnier. Obwohl regelmäßiges gemeinsames Training aufgrund der großen Entfernung kaum möglich ist, harmoniert das Duo seit vielen Jahren ausgezeichnet. Bereits im Viertelfinale sorgten die beiden für Aufsehen, als sie die titelverteidigenden und an Nummer eins gesetzten Engländerinnen Gill/Awcock überzeugend besiegten. Auch im Halbfinale gegen eine dänisch-schwedische Paarung behielten sie die Oberhand und erreichten erstmals gemeinsam ein Endspiel bei einer Europameisterschaft.
Im Finale gegen eine Kombination aus Schweden und Norwegen war den beiden die Bedeutung des Moments zunächst anzumerken. Nach einem nervösen ersten Satz fanden sie jedoch zu ihrem Spiel und setzten sich schließlich souverän durch. Mit dem Gewinn der Goldmedaille erfüllten sie sich einen lang gehegten Traum. Nach zahlreichen Bronzemedaillen in den vergangenen Jahrzehnten konnten Brigitte Prax und Monika Regineri erstmals den Europameistertitel feiern.
Die Siegerehrung war zugleich ein besonders emotionaler Moment, denn bereits vor dem Turnier hatten beide beschlossen, ihre erfolgreiche internationale Laufbahn nach dieser Europameisterschaft zu beenden. Den Titelgewinn als krönenden Abschluss ihrer Karriere erleben zu dürfen, bedeutete ihnen daher sehr viel.
Auch Linda Lieber überzeugte mit starken Leistungen. In der Altersklasse O40 gewann sie gemeinsam mit Anne Seifert aus Thüringen zunächst ein hart umkämpftes Dreisatzmatch gegen ein dänisches Doppel. Anschließend folgte ein weiterer Sieg gegen eine tschechische Paarung. Erst im Achtelfinale trafen die beiden auf die späteren Europameisterinnen aus Norwegen, denen sie sich geschlagen geben mussten.
Sandra Schreiber ging zusammen mit Anja Eilers aus Delmenhorst in der Altersklasse O45 an den Start. Bereits in der ersten Runde wartete mit den an Position drei gesetzten Polinnen eine äußerst schwere Aufgabe. Trotz engagierter Leistung konnten sich die beiden gegen die starke Konkurrenz nicht durchsetzen.
Neben den sportlichen Wettkämpfen wird die Veranstaltung vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor allem wegen ihrer besonderen Atmosphäre in Erinnerung bleiben. Der italienische Badminton-Verband und die unterstützenden Vereine sorgten in drei benachbarten Hallen für eine hervorragende Organisation. Zahlreiche herzliche Begegnungen, emotionale Momente und die große Hilfsbereitschaft der vielen Ehrenamtlichen prägten das Turnier ebenso wie die sportlichen Leistungen auf den Feldern. Bei sommerlichen Temperaturen von bis zu 30 Grad und mehr in den Hallen wurden über 2.000 Spiele durchgeführt. Trotzdem blieb für viele Gäste auch Zeit, die Sehenswürdigkeiten Cagliaris und die Schönheit Sardiniens zu entdecken.
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